Und jetzt, Europa? Bürgerdialog zu Globalisierung und Europas Rolle in einer Welt im Umbruch

Bürgerschaftspräsident Christian Weber begrüßt die Europa-Freunde in der Bürgerschaft: „Wenn nicht hier, wo sonst sollte über Europa mit Bürgerinnen und Bürgern diskutiert werden.“

Interessiert den Blick auf Europa gerichtet, zahlreiche prominente bremische Europäerinnen und Europäer

„Es war ein halber guter Tag für Europa“, bremste Bürgerschaftspräsident Christian Weber die allgemeine Euphorie im Festsaal der Bremischen Bürgerschaft über das Wahlergebnis aus den Niederlanden. Anlass seiner Worte war der Bürgerdialog der Europa-Union, der ältesten, ganz in Bremens Nähe gegründeten, zivilgesellschaftlichen Initiative für Europa, wie Bundesvorstandmitglied Hermann Kuhn in seiner eröffnenden Begrüßung erinnerte. „In Holland“, so Weber, „haben die Vorhersager wieder einmal falsch gelegen, nicht die Rechtspopulisten lagen vorne. Das ist ein guter Tag für Europa. Aber Wilders-Ein-Mann-Partei lag auf dem zweiten Platz. Das ist nur ein halber guter Tag.“ Weber erinnerte daran, dass noch nie Rechtsextremisten den Weg in den Deutschen Bundestag geschafft haben. „Im Herbst wird es möglicherweise so kommen, dass die rechtspopulistische AFD den Einzug in das Bundesparlament schafft. Eigentlich ein unvorstellbarer Gedanke, rechte Populisten im Bundestag. Aber vielleicht geht ja von den Niederlanden ein starkes Signal aus.“

Der Festsaal war im Übrigen gut gefüllt mit Europa-Interessierten, trotz des warmen Vorfrühlingstages. „Und heute stehen zwar Experten zum Gespräch parat, aber im Mittelpunkt stehen die eingeladenen Bürgerinnen und Bürger, im Mittelpunkt steht der Dialog“, betonte Hermann Kuhn. Nach einer einführenden Talk-Runde ging es in die Sitzungsräume, um inhaltlich zu arbeiten. „Europas Rolle in der Welt“ wurde ebenso beleuchtet wie „(Frei)-Handel – Fluch oder Segen?“. Intensiv beteiligen konnten sich an diesen Diskussionen nicht nur die beiden Bremer Europa-Abgeordneten Dr. Helga Trüpel und Dr. Joachim Schuster und die Bremer Bevollmächtigte in Berlin und Brüssel, Staatsrätin Ulrike Hiller. Auch die Bürgerschaft war mit den Abgeordneten Dr. Henrike Müller, Antje Grotheer und Jens Eckhoff kompetent am Start.