Großer Bahnhof in Haifa für Bremer Delegation

Das Verhältnis zwischen Israel und Deutschland ist außerordentlich positiv, und die Menschen in Haifa und Bremen verbindet eine feste Freundschaft. Dieses und noch viel mehr erfuhren und erlebten die Fraktionsvorsitzenden und Vorstände der Bremischen Bürgerschaft während ihrer Delegationsreise in Jerusalem, Tel Aviv und Haifa

Die Bürgerschaftsdelegation besuchte Haifa, Jerusalem, Tel Aviv und Ramallah.

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel in Israel hohes Ansehen genießt, werden dort sehr wohl die vielen kritischen Stimmen in Deutschland etwa an der Siedlungspolitik registriert. In der deutschen Botschaft und auch von Vertretern der Stiftungen deutscher Parteien in Israel wurde immer wieder darauf verwiesen, dass man sich auf die Komplexität der israelischen Gesellschaft einlassen müsse. "Nur wer sich vorher wirklich kundig gemacht hat, kann auch an der Politik in Israel Kritik üben", hieß es bei der Konrad-Adenauer-Stiftung." Und diese Politik ist vor allem auf das Innere konzentriert, spielt sich vorwiegend im rechten Spektrum ab und verfügt über keine Mehrheit für eine Zwei-Staaten-Lösung mit Palästina, wie man in der Botschaft betont. Wie Umfragen zeigen, entwickelt sich auch die Jugend zunehmend in eine nationalistische und religiöse Richtung. Nach Beobachtungen der Friedrich-Ebert-Stiftung dürften 2020 etwa 70 Prozent der einzuschulenden Kinder in Israel in religiösen Einrichtungen unterrichtet werden. Ein Land verändert sich und besinnt sich auf seine eigenen Stärken und Traditionen.

In Haifa, Bremens Partnerstadt, wurde die Delegation mit großem Bahnhof empfangen. Oberbürgermeister Yona Yahav begrüßte Bürgerschaftspräsident Christian Weber als "unseren Bruder". Und der Gast erwiderte: "Jedes Mal, wenn ich hier herkomme, fühle ich mich wie zuhause". Bremen, so Weber, stehe solidarisch an der Seite Haifas, das gerade mit den Folgen einer Brandkatastrophe zu kämpfen hat. Der Präsident überreichte Yahav eine Spende der Freien Hansestadt Bremen und der Sparkasse Bremen über insgesamt 10.000 Euro. Der Oberbürgermeister bedankte sich mit einem Zitat von Albert Pike: "Was wir für uns selbst tun, stirbt mit uns. Was wir für die Anderen und die Welt tun, ist und bleibt unsterblich."