Bilder aus der Bürgerschaft

Treppenaufgang Eingangshalle
Treppenaufgang Eingangshalle
Mittelhalle
Mittelhalle
Pressetribüne im Plenarsaal
Pressetribüne im Plenarsaal
Lichthof im Börsenhof A
Lichthof im Börsenhof A
Abgeordnetenstuhl im Plenarsaal
Abgeordnetenstuhl im Plenarsaal
Bibliothek
Bibliothek
Sitzgruppe in der Mittelhalle
Sitzgruppe in der Mittelhalle
Treppenhaus der Bürgerschaft
Treppenhaus der Bürgerschaft

Haus der Bürgerschaft

Mit der eigenwilligen Architektur und Ästhetik des Hauses der Bürgerschaft haben sich die Bremerinnen und Bremer längst angefreundet. Das Parlament gilt als wertvoll, auch wenn man so manches Gesetz, das im Inneren geschmiedet wird, nur zähneknirschend akzeptiert. Jedenfalls steht das Gebäude seit längerem unter Denkmalschutz. Hier befindet sich das Herzstück der Demokratie und ein Zentrum für politische Bildung. Und obendrein verfügt es mit dem lichtdurchfluteten Festsaal im 1. Stock über einen der schönsten öffentlichen Räume der Hansestadt. In seiner gläsernen Leinwand spiegelt sich die historische Substanz am Marktplatz in faszinierender Weise. Die Bremische Bürgerschaft ist einer der wenigen deutschen Parlamentsbauten nach der NS-Zeit.

Die Geschichte

1864


Die Bremische Bürgerschaft tagt an gleicher Stelle wie heute. Damals stand dort das Gebäude der "Neuen Börse".

1933

Auflösung der Bremischen Bürgerschaft durch die nationalsozialistische Reichsregierung.

1943

Die "Neue Börse" wird bei einem Bombenangriff zerstört.

1946

Die erste Nachkriegsbürgerschaft konstituiert sich im Schwurgerichtssaal an der Domsheide. Ab September tagt die Bürgerschaft im Festsaal des Neuen Rathauses.

1951

Die Handelskammer und der Senator für das Bauwesen schreiben einen Ideenwettbewerb für die Bebauung des Börsengrundstücks aus.

1952

Die Handelskammer schlägt vor, an dieser Stelle für die Bürgerschaft einen Neubau zu erstellen.

1957

Die Stadtgemeinde kauft das Grundstück von der Handelskammer.

1958

Die Bürgerschaft schreibt einen Bauwettbewerb aus. Es wird kein erster Preis vergeben, sondern es werden gleich drei Preisträger ausgewählt.

1960

Ein zweiter Wettbewerb wird ausgeschrieben. Vier Architekten werden dazu eingeladen.

1961

Der Bauauftrag geht an den Preisträger Wassili Luckhardt. Es gibt erhebliche und Jahre anhaltende Proteste der Bevölkerung gegen den geplanten modernen Baustil.

1966

Am 9. September wird das Haus der Bürgerschaft als Sitz der Bremischen Bürgerschaft eingeweiht. Die Baukosten betragen 10.450.000 DM.

1992

Das Gebäude wird unter Denkmalschutz gestellt.

2001

Die Verwaltung der Bürgerschaft bezieht den umgebauten und um zwei Etagen aufgestockten Börsenhof A. Dort befinden sich Sitzungsräume, Büros und die Bibliothek.

2007

Seit Mai werden die Räume der ehemaligen Parlamentsbibliothek von "Europa.Bremen" genutzt. In diesem Servicecenter können sich Bürgerinnen und Bürger über EU-Angelegenheiten informieren.

2019

Das Haus der Bürgerschaft wird knapp anderthalb Jahre lang umfassend saniert und modernisiert. Die Arbeiten betreffen den Brandschutz, digitale Infrastruktur, die Heizungsanlage und Sicherheitsaspekte.

Die Bremische Bürgerschaft.

Der Architekt

Wassili Luckhardt wurde 1889 in Berlin geboren und starb dort 1972. Er studierte Architektur in Berlin und Dresden. Überregionale Berühmtheit erlangte Luckhardt durch Berliner Wohnhäuser im Stil des "Neuen Bauens".

Nach Kriegsende prägte er den deutschen Stil in der Architektur. Vielfach wurden seine Entwürfe preisgekrönt. Er verwirklichte Großprojekte zum Beispiel im Berliner Hansaviertel oder Institute für die Freie Universität Berlin. Das Haus der Bürgerschaft gilt als Meisterleistung und wurde deshalb 1992 unter Denkmalschutz gestellt.

Luckhardt hat seinen Entwurf für dieses Haus mehrfach verändert, insbesondere bei der Dachgestaltung. Ursprünglich sollte eine Erweiterung erfolgen, diese unterblieb. Luckhardt selbst empfand sein Werk deshalb als unvollendet.

Ungewöhnlich für ein deutsches Landesparlament ist der Mangel an Räumen für die Fraktionen. Sie haben ihre Geschäftsstellen in der Innenstadt.

Die Bürgerschaft von außen betrachtet.

Von außen betrachtet

Die Bürgerschaft ist ein Stahlbeton-Skelettbau mit vorgehängter Glasfassade. Die Gebäudehöhe entspricht der Traufhöhe von Schütting und Rathaus. Das Faltdach war eine Kompromisslösung, um eine gestalterische Annäherung an historische Bauten am Marktplatz zu erreichen. Die Glasfassade spiegelt die historischen Bauten auf dem Marktplatz wider. Reliefplatten aus Aluminiumguss des Bildhauers Bernhard Heiliger unterstreichen den Fensteransatz.

Die Bürgerschaft von innen betrachtet.

Von innen betrachtet

Sie betreten das Haus durch einen gläsernen Eingang vom Marktplatz aus. Sie stehen in einer Halle mit weißem Astir-Marmor. Durch die hellen Farben und die Höhe der Räume entsteht überall eine großzügige Weite. Im ersten Stock befinden sich die Büros der Präsidentin, des Direktors und der Pressesprecherin. Abgehend von der dortigen Mittelhalle liegen vier unterschiedlich große Sitzungsräume. Diese werden vor allem von den Fraktionen genutzt.

Der Plenarsaal

Der Plenarsaal

Im zweiten Stock liegen der Fest- und Plenarsaal. Der Plenarsaal, einer kostbaren "Schatulle" gleich, ist in den Bremer Farben rot und weiß gehalten. Mit der Wahl am 25. Mai 2003 wurde das Parlament von 100 auf 83 Abgeordnete verkleinert. verkleinert. Zur Wahl 2019 wurde die Zahl auf 84 erhöht, 2023 auf 87. Die Abgeordnetenplätze sind im Halbrund um das Pult des Redners angeordnet. Hinter dem Redepult sitzt erhöht das Präsidium. Rechts und links davon haben die Senator:innen, die Staatsrät:innen und die Verwaltung der Bürgerschaft ihre Plätze.

Ein stilisiertes Bremer Wappen aus Aluminium befindet sich über den Präsidiumsplätzen an der Kopfseite des Saals. Es zeigt zwei Löwen, die ein Wappen mit Schlüssel tragen.

Auf 225 Plätzen für Zuschauer:innen und 30 Plätzen für Medienvertreter:innen kann vom Rang aus das Geschehen verfolgt werden. Zur Sitzung erreichen Sie die Besuchstribüne durch einen getrennten Aufgang. Der Eingang liegt im Durchgang zwischen Haus der Bürgerschaft und Börsenhof A.

Der Festsaal

Der Festsaal

Auf der gleichen Ebene erstreckt sich über die gesamte Breite des Gebäudes der Festsaal. Durch dessen Glasfront wirkt die Marktplatzarchitektur unmittelbar in diesen lichtdurchfluteten Raum hinein.

Er wird für verschiedene Anlässe benutzt. Während der Sitzungen treffen sich hier die Abgeordneten, Vertreter der Behörden und die Medien. Hier finden Tagungen, Ausstellungen und Diskussionen statt. Er gilt als einer der schönsten öffentlichen Räume der Moderne Bremens.