Kunst im und am Haus

Die Bremische Bürgerschaft ist nicht nur ein Ort der Debatten, sie ist ebenfalls ein Ort der Kunst: Wechselnde Ausstellungen, wie etwa die Arbeiten der Bremer Kunststipendiatinnen und -stipendiaten bereichern in regelmäßigen Abständen unsere Räume.

Daneben finden sich im, am und um das Haus herum zahlreiche Kunstwerke, die dauerhaft bei uns sind. Sie alle haben einen besonderen Bezug zur Bürgerschaft, beispielsweise als Erinnerung an vergangenen Ausstellungen oder als Schenkungen früherer Abgeordneter.

Foyer

Skupltur „Die Gruppe“ im Foyer der Bürgerschaft

Die filigrane und abstrakte Skulptur „Die Gruppe“ von der Berliner Künstlerin Brigitte Matschinsky-Denninghoff ist Eigentum der Bremischen Bürgerschaft.

Brigitte Matschinsky-Denninghoff (geb. Meier-Denninghoff , 1923-2011) war eine Berliner Künstlerin. Sie besuchte die Münchner und Berliner Kunsthochschule und gründete 1949 in München die Künstlergruppe ZEN 49. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Martin Matschinsky zeichnete sich ihre Kunst durch die Technik aus, Chromnickelstahlrohre zusammenzuschweißen. Während ihrer Schaffenszeit wurden die Skulpturen zunehmend kleinteiliger und detaillierter.

Durchgang zur Mittelhalle

Totenmaske von Friedrich Ebert
Büste von August Hagedorn
Büste von Dr. Dieter Klink

Am Eingang zur Mittelhalle steht seit 1974 der Abguss einer Totenmaske Friedrich Eberts. Nach dem Wunsch einer Würdigung Eberts im Haus der Bürgerschaft von Seiten des ehemaligen Bürgerschaftspräsidenten Dr. Dieter Klink, gelang die Ausstellung anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Wahl Friedrich Eberts in die Bremische Bürgerschaft und des 100. Geburtstages des Künstlers Bernhard Hoetger.
Friedrich Ebert (1871-1925) gehörte von 1899-1905 der Bremischen Bürgerschaft an und später Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und der erste Reichspräsident der Weimarer Republik.
Bernhard Hoetger (1874-1949) war ein deutscher Architekt, Bildhauer und Ingenieur.
Von 1897-1900 studierte Hoetger Bildhauerei an der Düsseldorfer Akademie und ging dann für einen längeren Aufenthalt nach Paris, wo er von Rodin und Maillol beeinflusst wurde. 1911 folgte er einem Ruf an die Künstlerkolonie Darmstadt und lebte von 1914-1929 im Künstlerdorf Worpswede. Die mit dem Begriff „neobarocker Expressionismus“ charakterisierten Bauwerke des Architektur-Didakten trugen viel zur Wiederbelebung der Backsteinarchitektur in Norddeutschland bei. Ein weiteres bekanntes Kunstwerk Hoetgers ist unter anderem das Fassadenrelief „Lichtbringer“ am Eingang in die Bremer Böttcherstraße.

Die Büste mit Sockel ist ein Abbild des ehemaligen Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft, August Hagedorn. Sie ist Eigentum der Bremischen Bürgerschaft und wurde anlässlich der feierlichen Verabschiedung Hagedorns am 04.11.1966 enthüllt.
August-Friedrich Hagedorn (1888-1969) war geborener Bremer und Sozialdemokrat und von 1946-1966 Präsident der Bremischen Bürgerschaft. Unter seiner Führung wurde das Haus der Bürgerschaft erbaut, mit dem die Bremer Legislative nach dem Zweiten Weltkrieg wieder ihr eigenes Haus bekam. 1966 wurde Hagedorn zum Ehrenbürger der Stadt Bremen ernannt.
Walter Wadephul (1901-1968) war ein deutscher Bildhauer. Geboren in Stettin, studierte er Bildhauerei in München, Berlin und Breslau. Wegegefährten waren unter anderem die bekannten Künstler Erwin Kurz und Fritz Klimsch. Später wurden ihm Stipendium und Preis der preußischen Akademie für Künste in Rom verliehen.  1951 ließ sich Wadephul mit seiner Familie in Bremen nieder, wo er langjährig wirkte. Weitere Kunstwerke Wadephuls waren Pfeiler im Eingangsbereich des mittlerweile abgerissenen Zentralbads sowie einige Plastiken, für die im Zuge der zahlreichen Schulneubauten in den 1950er und 1960er Jahren finanzielle Mittel Bremens zur Verfügung gestellt wurden.

Die zweite Büste ist ein Abbild des ehemaligen Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft, Dr. Dieter Klink. Als Spende der Stiftung Wohnliche Stadt ist sie 2004 anlässlich des 40. Geburtstages des Hauses der Bürgerschaft in ihren Besitz übergegangen.
Dr. Dieter Klink (1930-2004), geboren in einer Provinz Oberschlesiens, war ein deutscher Sozialdemokrat und von 1971-1995 Präsident der Bremischen Bürgerschaft. Seither hatte er dieses Amt am längsten inne und genoss unter den Bremern ein großes Ansehen für seine Bürgernähe und soziales Engagement. Ihm zu Ehren ist der Platz am Garten des Hauses der Bürgerschaft Dieter-Klink-Platz getauft worden.
Der Künstler von Klinks Büste ist Prof. Bernd Altenstein (*1943), ein deutscher Bildhauer und Hochschullehrer. Von 1964-1969 studierte Altenstein Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildlichen Künste in Stuttgart und lehrte von 1975-2009 an der Hochschule für Künste Bremen den Studiengang Plastik. Altenstein hatte maßgeblichen Einfluss auf die Bremer figürliche Bildhauerei. Insbesondere durch eine differenzierte Formensprache, Details in Modellierung und eine große Zuwendung zu gesellschaftlichen Inhalten zeichnen sich Altensteins Arbeiten aus.
Weitere Plastiken und Skulpturen aus seiner Schöpfung sind weit über Bremen und seine Grenzen hinaus verteilt und zieren in Bremen unter anderem den Bürgerpark, die Wallanlagen und den Park des Klinikums Bremen-Mitte.

Sitzungsräume

Zwei titellose Gemälde

Die beiden unbetitelten Gemälde des Künstlers Thomas Hartmann stammen aus den Jahren 1981-1983 und befinden sich seit 1983 als Leihgabe der Städtischen Galerie im Haus der Bürgerschaft. Seit längerem ist ihnen ein Platz im großen Sitzungsraum des Hauses gewidmet. Eines zeigt ein Hafen-Motiv, das andere eine Stadt.
Der gebürtige Bremer Thomas Hartmann (*1950) studierte von 1974-1979 an der Hochschule für Gestaltung in Bremen. 1979 arbeitete er im Rahmen eines Stipendiums an der Cité Internationale des Arts Paris und 1984-1985 an der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo. 2005 erhielt er eine Professur für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Heute lebt und arbeitet Thomas Hartmann in Berlin und Nürnberg. 1990 wurde er mit dem Overbeck-Preis für Kunst, 1992 mit dem Leeraner Kunstpreis und 2000 mit dem Willi-Oltmanns-Preis für Malerei ausgezeichnet.

Festsaal

Der Nürnberger Gobelin trägt den Namen „Die Woge“ und ist Eigentum der Bremischen Bürgerschaft.
Elisabeth Kadow (1906-1979) war eine geborene Bremerhavenerin und deutsche Textilkünstlerin. Nach einer Ausbildung am Staatlichen Bauhaus in Weimar besuchte sie die höhere Fachschule für Textilindustrie in Berlin und die Kunstgewerbeschule in Dortmund. 1939 war sie Meisterschülerin bei Georg Muche an der Textilingenieurschule in Krefeld, an der sie später auch Modegraphik, Druckgestaltung und Textilkunst lehrte.
1953-1968 arbeitete die Klee-Schülerin mit der Nürnberger Gobelin-Manufaktur zusammen, aus deren Haus auch „Die Woge“ stammt. 1958 wurde sie mit dem Kunstpreis der Stadt Krefeld ausgezeichnet und beteiligte sich an der Weltausstellung in Brüssel.

Nürnberger Gobelin „Die Woge“

Plenarsaal

Das Bremer Wappen aus eloxiertem Leichtmetall prägt gestalterisch den Plenarsaal und ist Eigentum der Bremischen Bürgerschaft. Seit der Eröffnung des Hauses der Bürgerschaft im Jahr 1966 befindet es sich mit zwei Löwen und dem Bremer Schlüssel an der Wappenwand hinter dem Präsidiumspodium.

Der Schöpfer Günter Colberg (1927-1980) war Bildhauer und geborener Bremer.

Wappen von Günter Colberg

Fassade

Die Aluminum-Reliefs sind seit der Eröffnung 1966 Teil der frontseitigen Außenfassade des Hauses der Bürgerschaft.
Bernhard Heiliger (1915-1995) war ein deutscher Bildhauer und Zeitgenosse von Gerhard Marcks. Nach einer Steinbildhauerlehre und einer Ausbildung bei dem Bauhaus-Schüler Schwerdtfeger an der Stettiner Schule für Gestaltende Arbeiten studierte er an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Berlin. Auf einer Flucht durch Norddeutschland während des Krieges erlebte er das Kriegsende in einem Bremer Lazarett. Anschließend kehrte er nach Berlin zurück und wirkte dort als Bildhauer. Für seinen Entwurf des „Mahnmals des Unbekannten Politischen Gefangenen“ wurde er mit dem Preis der Bundesregierung und dem Anerkennungspreis des Institute of Contemporary Arts in London ausgezeichnet. In den 1950er und 1960er Jahren gehörte er zu den am meisten beschäftigten Künstlern am Bau und arbeitete mehrfach mit dem Architekten der Bürgerschaft, Wassili Luckhardt, zusammen.

Skulpturen von Gerhard Marcks
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Skulpturen von Gerhard Marcks
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Skulpturen von Gerhard Marcks
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger