„Man braucht viel Geduld und ein weites Herz“

Tief beeindruckt zeigte sich Bürgerschaftspräsident Christian Weber bei einem Besuch der Betriebsstätte am Schiffbauer Weg der Werkstatt Bremen. Trotz zum Teil erheblicher Einschränkungen leisten dort Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Werkstatt exzellente Arbeit, um mit dem Herstellen von Marmelade, Honig und Kerzen oder dem Konfektionieren von Geschenkpackungen und dem Verpacken von Tee wettbewerbsfähige Produkte auf den Markt zu bringen. Beeindruckt war der Präsident auch vom hohen modernen Standard der Betriebsstätte, die ehemals zur AG Weser gehörte.

Betriebstätten-Leiter Dirk Dieling, Geschäftsführer Ahlrich Weiberg und Präsident Christian Weber (v.l.) in der Marmeladenproduktion.

Jessica Radtkamp erklärt Präsident Weber genau und engagiert, wie die Kerzenproduktion geht.

Leckere Schokolade, fein zusammengestellt. Das Metier von Beate Marder.

Geschäftsführer Ahlrich Weiberg konnte zusammen mit Dirk Dieling und Jutta Irmler von der Betriebsstätte Schiffbauer Weg immerhin einen Teil der Werkstatt Bremen präsentieren, der für 230 Menschen Beschäftigung bietet, davon 150 allein am Schiffbauer Weg. Großzügige Räume, die es auch Rollstuhlfahrern gut ermöglichen, am Produktionsprozess teilzunehmen, erinnerten nicht mehr wirklich an das ehemalige Casino der AG Weser.

Schon an der ersten Station seines Besuches kam Präsident Weber aus dem Staunen nicht heraus. Mit Geschick und Akribie und scharfem Messer bereiteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Birnen für die Marmelade vor. „Ausgerechnet Birnen sind jetzt gerade dran, als Kind mein Lieblings-Obst. Am liebsten würde ich ein Stück mopsen und gleich essen, aber das ist natürlich hier streng verboten“, berichtete der Präsident.

In der Kerzenabteilung war dann schon Weihnachten, zumindest in Form und Farbe der selbst hergestellten Kerzen. Großes Lob kam vom Präsidenten für Chefin Cornelia Nuhn, die die Arbeit so aufgeteilt hat, dass trotz jeder Form von Handicap ein unverzichtbarer Beitrag zum Gesamtwerk geleistet werden kann: „Und wenn jemand nur mit einer Hand arbeiten kann, dann suchen wir einen Produktionsschritt, der so zu leisten ist. Aber der Mitarbeitende weiß, dass sein Beitrag unverzichtbar ist für das Produkt.“ Richtig lecker wurde es dann in der Konfektionierung von Präsentverpackungen, wo gerade Schokolade verpackt wurde. Einen finanziell durchaus lukrativen Beitrag zur Solidargemeinschaft aller Beschäftigten leistet die Teeverpackung.

Nicht nur die Produktion, sondern auch die sanitären Rahmenbedingungen konnten den Präsidenten beeindrucken. Und das Engagement der behinderten und der nicht-behinderten Beschäftigten, die im Übrigen überwiegend Fachleute aus der Lebensmittelbranche sind. Weber: „Man kann nur gratulieren und dankbar sein für diese wunderbare Arbeit, die hier geleistet wird. Ich glaube, man braucht viel Geduld und ein weites Herz und zieht dann auch viel für sich selber aus dieser Tätigkeit heraus.“