Bürgerschaftspräsident würdigt Leben und Wirken von Alfred Ries

„Die Steine hier auf dem Grab gelten der Erinnerung, aber es sind auch Steine, auf denen wir Zukunft bauen.“ Mit diesen Worten legte Bürgerschaftspräsident Christian Weber heute (25. August) nicht nur einen Stein, sondern auch einen Gedenkkranz auf dem jüdischen Friedhof in Hastedt nieder – und zwar an der Ruhestätte von Alfred Ries.

Gedenken am Grab von Alfred Ries

Anlass war sein 50. Todestag. Auf alten Fotos sieht man Alfred Ries an der Seite von Nationaltrainer Sepp Herberger oder Bundespräsident Heinrich Lübke. Aus gutem Grund, denn Ries, Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Bremen, war nach dem Krieg zwei Mal über jeweils vier Jahre Präsident von Werder Bremen sowie Konsul und Botschafter der Bundesrepublik in Indien und Liberia. Ries, der Werbeleiter bei Kaffee Hag, Direktor der Böttcherstraße und spätere FDP-Politiker, musste vor den Nazis fliehen, seine Eltern wurden im KZ Theresienstadt ermordet. „Wer Versöhnung will, muss sie praktizieren“, war seine Überzeugung; sie bestimmte sein späteres Handeln.

Zur Gedenkfeier kamen die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Elvira Noa, Rabbiner Natanel Teitelbaum und Mitglieder des Fan-Projekts und der Antidiskriminierungs-AG von Werder Bremen. Gerade das Fan-Projekt setzt sich auf verschiedenen Ebenen dafür ein, die Erinnerung an Alfred Ries wachzuhalten.