Kunstführungen

Fotografie einer Kunstführung im Haus der Bürgerschaft

Auf Wunsch bieten wir spezielle Führungen zur Kunst in der Bremischen Bürgerschaft an. Senden Sie unserem Besuchsservice einfach eine Anfrage und geben Sie unter weitere Informationen zu Gruppe das Stichwort „Kunstführung“ an.

Hausführung anfragen
 

Besuch von Ausstellungen

Die wechselnden Ausstellungen im Haus der Bürgerschaft können Sie während der Öffnungszeiten des Haus der Bürgerschaft in der Regel ohne Anmeldung besichtigen. Nur an Plenarsitzungstagen ist keine Besichtigung möglich. 

Kunst im und am Haus

Die Bremische Bürgerschaft ist nicht nur ein Ort der Debatten, sie ist ebenfalls ein Ort der Kunst: Wechselnde Ausstellungen, wie etwa die Arbeiten der Bremer Kunststipendiatinnen und -stipendiaten bereichern in regelmäßigen Abständen unsere Räume.

Daneben finden sich im, am und um das Haus herum zahlreiche Kunstwerke, die dauerhaft bei uns sind. Sie alle haben einen besonderen Bezug zur Bürgerschaft, beispielsweise als Erinnerung an vergangenen Ausstellungen oder als Schenkungen früherer Abgeordneter.

Foyer

Skupltur „Die Gruppe“ im Foyer der Bürgerschaft

Die filigrane und abstrakte Skulptur „Die Gruppe“ von der Berliner Künstlerin Brigitte Matschinsky-Denninghoff ist Eigentum der Bremischen Bürgerschaft.

Brigitte Matschinsky-Denninghoff (geb. Meier-Denninghoff , 1923-2011) war eine Berliner Künstlerin. Sie besuchte die Münchner und Berliner Kunsthochschule und gründete 1949 in München die Künstlergruppe ZEN 49. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Martin Matschinsky zeichnete sich ihre Kunst durch die Technik aus, Chromnickelstahlrohre zusammenzuschweißen. Während ihrer Schaffenszeit wurden die Skulpturen zunehmend kleinteiliger und detaillierter.

Durchgang zur Mittelhalle

Totenmaske von Friedrich Ebert
Büste von August Hagedorn
Büste von Dr. Dieter Klink

Am Eingang zur Mittelhalle steht seit 1974 der Abguss einer Totenmaske Friedrich Eberts. Nach dem Wunsch einer Würdigung Eberts im Haus der Bürgerschaft von Seiten des ehemaligen Bürgerschaftspräsidenten Dr. Dieter Klink, gelang die Ausstellung anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Wahl Friedrich Eberts in die Bremische Bürgerschaft und des 100. Geburtstages des Künstlers Bernhard Hoetger.
Friedrich Ebert (1871-1925) gehörte von 1899-1905 der Bremischen Bürgerschaft an und später Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands und der erste Reichspräsident der Weimarer Republik.
Bernhard Hoetger (1874-1949) war ein deutscher Architekt, Bildhauer und Ingenieur.
Von 1897-1900 studierte Hoetger Bildhauerei an der Düsseldorfer Akademie und ging dann für einen längeren Aufenthalt nach Paris, wo er von Rodin und Maillol beeinflusst wurde. 1911 folgte er einem Ruf an die Künstlerkolonie Darmstadt und lebte von 1914-1929 im Künstlerdorf Worpswede. Die mit dem Begriff „neobarocker Expressionismus“ charakterisierten Bauwerke des Architektur-Didakten trugen viel zur Wiederbelebung der Backsteinarchitektur in Norddeutschland bei. Ein weiteres bekanntes Kunstwerk Hoetgers ist unter anderem das Fassadenrelief „Lichtbringer“ am Eingang in die Bremer Böttcherstraße.

Die Büste mit Sockel ist ein Abbild des ehemaligen Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft, August Hagedorn. Sie ist Eigentum der Bremischen Bürgerschaft und wurde anlässlich der feierlichen Verabschiedung Hagedorns am 04.11.1966 enthüllt.
August-Friedrich Hagedorn (1888-1969) war geborener Bremer und Sozialdemokrat und von 1946-1966 Präsident der Bremischen Bürgerschaft. Unter seiner Führung wurde das Haus der Bürgerschaft erbaut, mit dem die Bremer Legislative nach dem Zweiten Weltkrieg wieder ihr eigenes Haus bekam. 1966 wurde Hagedorn zum Ehrenbürger der Stadt Bremen ernannt.
Walter Wadephul (1901-1968) war ein deutscher Bildhauer. Geboren in Stettin, studierte er Bildhauerei in München, Berlin und Breslau. Wegegefährten waren unter anderem die bekannten Künstler Erwin Kurz und Fritz Klimsch. Später wurden ihm Stipendium und Preis der preußischen Akademie für Künste in Rom verliehen.  1951 ließ sich Wadephul mit seiner Familie in Bremen nieder, wo er langjährig wirkte. Weitere Kunstwerke Wadephuls waren Pfeiler im Eingangsbereich des mittlerweile abgerissenen Zentralbads sowie einige Plastiken, für die im Zuge der zahlreichen Schulneubauten in den 1950er und 1960er Jahren finanzielle Mittel Bremens zur Verfügung gestellt wurden.

Die zweite Büste ist ein Abbild des ehemaligen Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft, Dr. Dieter Klink. Als Spende der Stiftung Wohnliche Stadt ist sie 2004 anlässlich des 40. Geburtstages des Hauses der Bürgerschaft in ihren Besitz übergegangen.
Dr. Dieter Klink (1930-2004), geboren in einer Provinz Oberschlesiens, war ein deutscher Sozialdemokrat und von 1971-1995 Präsident der Bremischen Bürgerschaft. Seither hatte er dieses Amt am längsten inne und genoss unter den Bremern ein großes Ansehen für seine Bürgernähe und soziales Engagement. Ihm zu Ehren ist der Platz am Garten des Hauses der Bürgerschaft Dieter-Klink-Platz getauft worden.
Der Künstler von Klinks Büste ist Prof. Bernd Altenstein (*1943), ein deutscher Bildhauer und Hochschullehrer. Von 1964-1969 studierte Altenstein Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der Bildlichen Künste in Stuttgart und lehrte von 1975-2009 an der Hochschule für Künste Bremen den Studiengang Plastik. Altenstein hatte maßgeblichen Einfluss auf die Bremer figürliche Bildhauerei. Insbesondere durch eine differenzierte Formensprache, Details in Modellierung und eine große Zuwendung zu gesellschaftlichen Inhalten zeichnen sich Altensteins Arbeiten aus.
Weitere Plastiken und Skulpturen aus seiner Schöpfung sind weit über Bremen und seine Grenzen hinaus verteilt und zieren in Bremen unter anderem den Bürgerpark, die Wallanlagen und den Park des Klinikums Bremen-Mitte.

Mittelhalle

Gemälde „Bremer Zeiten“
Gemälde „August Hagedorn“
Gemälde „Obere Rathaushalle“
Gemälde „Helmut Schmidt im 95. Lebensjahr“

Die Mittelhalle der Bremischen Bürgerschaft beherbergt gleich mehrere Kunstwerke.

Das Gemälde „Bremer Zeiten“ der Künstlerin Can W. Lühmann-Nullmeyer (1935-2016) ist seit 2002 als Dauerleihgabe der ehemaligen Abgeordneten Peter Braun, Manfred Fluß, Bernd Hockemeyer, Uwe Hollweg, Peter Sakuth, Klaus Wedemeier und Klaus Ziegler im Haus der Bürgerschaft. Es besteht aus elf einzeln steckbaren Leinwänden aus den Bremer Farben Rot und Weiß, die nach einiger Zeit verändert werden. Es ist mit Gouache auf Jute bemalt und auf Holz gespannt.

Das Ölgemälde „August Hagedorn“ des Künstlers Emil Röders stammt aus dem Jahr 1965 und ist Eigentums des Hauses der Bürgerschaft. Nach einem mysteriösen, aufsehenerregenden Kellerfund der Bürgerschaft wurden Recherchen zum Bild und dem Künstler betrieben und das Werk nach einer Restaurierung dauerhaft in der Mittelhalle ausgestellt.
August-Friedrich Hagedorn (1888-1969) war geborener Bremer und Sozialdemokrat und von 1946-1966 Präsident der Bremischen Bürgerschaft. Unter seiner Führung wurde das Haus der Bürgerschaft erbaut, mit dem die Bremer Legislative nach dem Zweiten Weltkrieg wieder ihr eigenes Haus bekam. 1966 wurde Hagedorn zum Ehrenbürger der Stadt Bremen ernannt.
Emil Röders  (1908-1989) war ein gebürtiger Bremer Maler. Er studierte zunächst an der Kunstschule Bremen und später in Berlin. Bremenweit bekannt wurde er durch das Malen großflächiger Werbeplakate für die neusten Kinofilme.

Das Gemälde „Obere Rathaushalle“ des Künstlers Gotthardt Kuehl ist um 1900 entstanden und hängt in der Mittelhalle des Hauses der Bürgerschaft.
Die “Obere Halle” des über 600 Jahre alten Bremer Rathauses gilt als schönster und repräsentativster Festraum Bremens. Jahrhunderte lang tagte hier der Rat der Stadt. Heute wird der 41 Meter lange, 15 Meter breite und acht Meter hohe Saal für festliche Veranstaltungen, Empfänge und Konzerte genutzt.
Gotthardt Kuehl (1850-1915) war ein in Lübeck geborener Maler und Vertreter des frühen deutschen Impressionismus. 1867 studierte Kuehl an der Kunstakademie Dresden und 1870 an der Akademie der bildenden Künste in München. Von 1878-1889 lebte er in Paris und hielt sich in Italien und Holland auf. Im Jahr 1895 wurde er Professor an der Kunstakademie in Dresden und übte diese Tätigkeit bis zu seinem Tode aus.
Kuehl malte vor allem feine Interieurs. Das Museum Behnhaus in Lübeck verfügt über eine Gemäldesammlung, die nahezu alle Entwicklungsphasen Kuehls veranschaulicht.

Das Portrait „Helmut Schmidt im 95. Lebensjahr“ (Lasurtechnik auf Leinwand auf Holz, 2012/13, 1,34 x 0,87m) des Malers Manfred W. Jürgens hängt seit 2013 ebenfalls in der Mittelhalle. Jürgens (geb. 1956) ist ein Vertreter des Neuen Realismus und seit 1993 freischaffend als Maler tätig. Er lebt und arbeitet in Bremen. Bei der Lasurtechnik werden mehrere Schichten Lasurfarbe übereinander gemalt, so dass ausdrucksstarke und realistisch wirkende Farbverläufe entstehen. Das Bild konnte die Bürgerschaft dank der großzügigen Spender Karl Engeland, Karl H. Grabbe, Uwe Hollweg, Manfred Howey und Peter Sakuth erwerben.
Helmut Schmidt (SPD) war von 1974 bis 1982 der fünfte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er übernahm zunächst den Posten des Regierungschefs der sozial-liberalen Koalition nach dem Rücktritt von Willy Brandt. Während der letzten Wochen seiner Amtszeit und nach dem Ausscheiden der FDP aus der Koalition regierte die SPD in einer Minderheitsregierung. Nachfolger von Schmidt wurde Helmut Kohl.

Sitzungsräume

Zwei titellose Gemälde

Die beiden unbetitelten Gemälde des Künstlers Thomas Hartmann stammen aus den Jahren 1981-1983 und befinden sich seit 1983 als Leihgabe der Städtischen Galerie im Haus der Bürgerschaft. Seit längerem ist ihnen ein Platz im großen Sitzungsraum des Hauses gewidmet. Eines zeigt ein Hafen-Motiv, das andere eine Stadt.
Der gebürtige Bremer Thomas Hartmann (*1950) studierte von 1974-1979 an der Hochschule für Gestaltung in Bremen. 1979 arbeitete er im Rahmen eines Stipendiums an der Cité Internationale des Arts Paris und 1984-1985 an der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo. 2005 erhielt er eine Professur für Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Heute lebt und arbeitet Thomas Hartmann in Berlin und Nürnberg. 1990 wurde er mit dem Overbeck-Preis für Kunst, 1992 mit dem Leeraner Kunstpreis und 2000 mit dem Willi-Oltmanns-Preis für Malerei ausgezeichnet.

Zwischenebene

Entwurf eines Mahnmals für die Opfer des Nationalsozialismus
Skulptur "Begrüßung"
Skulptur „Haarknotende“

Auf der Zwischenebene vor den Büros des Präsidenten und des Direktor finden sich mehrere Skulpturen.

Die Bronzeplastik von Waldemar Otto ist ein Entwurf eines Mahnmals für die Opfer des Nationalsozialismus. Ein vergrößertes Abbild steht in Bremerhaven. Die Plastik befindet sich seit 1987 als Leihgabe der Städtischen Galerie im Haus der Bürgerschaft.

Waldemar Otto (*1929) ist ein polnisch stämmiger Bildhauer und Künstler. Nach seinem Studium der Bildhauerei an der Berliner Hochschule für Bildende Künste wurde er bereits im Alter von 28 Jahren mit dem Preis der Großen Berliner Kunstausstellung ausgezeichnet. 1973 wurde er an der Hochschule für Künste Bremen zum Professor ernannt. Otto zeichnet sich durch Internationalität aus, was seine vielen Auszeichnungen, Aufenthalte und Ausstellungen betrifft. Bekannt sind seine Torsi. Heute lebt Otto in Worpswede bei Bremen. Aus seinen Händen stammt unter anderem auch der bekannte Neptun-Brunnen auf dem Bremer Domshof.

Die Bronze-Skulpturen "Begrüßung" und „Haarknotende“ stammen aus dem Jahr 1963. Sie sind Leihgaben des Gerhard Marcks Hauses, das den Nachlass des Künstlers verwaltet.
Gerhard Marcks (1889-1981) machte bereits in frühen Jahren in seiner Geburtsstadt Berlin Bekanntschaft mit dem Bildhauer Richard Scheibe. In den folgenden Jahren folgte nach seinem Abitur die Hinwendung zur Bildhauerei als Autodidakt. Nach einem zweijährigen Kriegsdienst von 1914-1915 folgte er 1918 der Berufung an die Kunstgewerbeschule in Berlin. 1919 ging er an das Staatliche Bauhaus in Weimar und wurde dort Leiter der Töpferwerkstatt. Nach Aufenthalten in Italien und Griechenland änderte sich seine künstlerische Auffassung. 1943 wurde sein Atelier in Berlin-Nikolasee vernichtet. 1946 folgte er der Berufung an die Kunsthochschule in Hamburg und wurde 1979 anlässlich seines 90. Geburtstages mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik ausgezeichnet.

Gerhard Marcks nimmt in den ausgestellten Kunstwerken im Haus der Bürgerschaft eine besondere Stellung ein. Der Bildhauer hatte ein enges Verhältnis zu Bremen und eines der Wahrzeichen der Stadt, die berühmten Stadtmusikanten, stammt ebenfalls aus seiner Werkstatt. Im Skulpturen-Garten neben dem Haus der Bürgerschaft stehen ausschließlich Plastiken des Künstlers, die in der Entstehungszeit des Parlamentsgebäudes gefertigt wurden.
Heute verwaltet das Gerhard-Marcks-Haus in Bremen seinen künstlerischen Nachlass und zeigt ihn in verschiedenen Ausstellungen. Marcks selbst wählte das alte klassizistische Torhaus bei einem seiner Bremen-Besuche Ende der 1960er Jahre als künstlerische Nachlassstätte aus.

Büro des Präsidenten

Gemälde „Brussels“
Gemälde „Der Marktplatz zu Bremen“
Gemälde „Komposition in Blau und Violett“/„Requiem auf Budapest“

Das Gemälde „Brussels“ (1954) des Künstlers Clifford Holmead Phillipsvor dem Präsidentenzimmer ist eine Schenkung von Helga und Alfred Moeke. Die Stadt Brüssel ist die offizielle Hauptstadt des Königreichs Belgien und mit Sitz der Europäischen Union Zentrum der europäischen Politik.
Clifford Holmead Phillips (1889-1975) wurde geboren in Pennsylvania. Nachdem er zunächst eine Ausbildung in der elterlichen Möbelfabrik absolvierte, reiste er durch Europa und entschloss sich, Maler zu werden. 1927 bekam er seine erste Einzelausstellung in Paris, 1940 in Oslo. In der Malerei charakterisiert sich Holmead vor allem durch seine Spachteltechnik, bei der die Ölfarbe in dicken Schichten auf Holz oder Leinwand auftrug und somit seinen Werken reliefartige Ausstrahlung verlieh. Zudem erfand er das sogenannte „Short-Hand-Painting“. 1956 siedelte Holmead nach Brüssel über, wo er 1975 starb.
Helga und Alfred Moeke sind Bremer Kaufleute und leidenschaftliche Kunstsammler. 2006 traten sie in Bremen mit der Gründung der Holmead-Stiftung hervor, die u.a. ein Promotionsstipendium zum expressionistischen Werk des renommierten amerikanischen Malers vergibt. Der Schwerpunkt der Sammlung Moekes liegt auf dem Expressiven Realismus. Als Würdigung seiner Kunstfördertätigkeit wurde Alfred Moeke 2013 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Das Gemälde „Der Marktplatz zu Bremen“ des Künstlers Oskar Kokoschka von 1961 ist eine Dauerleihgabe der Kunsthalle Bremen. Als Lieblingsbild von Bürgerschaftspräsident Christian Weber hängt es seit 2009 in seinem Büro.
Oskar Kokoschka (1886-1980) war ein österreichischer Maler, Grafiker und Schriftsteller des Expressionismus und der Wiener Moderne. Von 1905-1909 besuchte Kokoschka die Kunstgewerbeschule in Wien, ließ sich von Werken Vincent van Goghs inspirieren und lehnte bereits früh den Jugendstil ab. Kokoschka machte viele Bekanntschaften mit Literaten, u.a. Rainer Maria Rilke und Hugo von Hofmannsthal und betätigt sich auch selbst schriftstellerisch. 1919 nahm er für fünf Jahr eine Professur an der Kunstakademie in Dresden an und reiste anschließend ein Jahrzehnt durch Europa, Afrika und Vorderasien. Die Nationalsozialisten diffamierten Kokoschka als "entarteten Künstler" und beschlagnahmten 417 seiner Werke aus deutschen Museen. Auf der Flucht vor dem NS-Regime hielt sich Kokoschka in Prag und London auf. 1943 wurde er Präsident der „Free German League of Culture“ und nahm 1947 die englische Staatsbürgerschaft an. 1980 verstarb Kokoschka in Montreux.

Das Ölgemälde „Komposition in Blau und Violett“ oder auch „Requiem auf Budapest“ des Künstlers Alfred Manessier stammt aus dem Jahr 1957 und ist ebenfalls eine Leihgabe der Kunsthalle Bremen.
Budapest, Hauptstadt Ungarns, ist mit 1,7 Millionen Einwohnern die neuntgrößte Stadt der Europäischen Union. Ein Requiem, liturgisch Missa pro defunctis („Messe für die Verstorbenen“), ist die Heilige Messe für Verstorbene. Durch die zentrale Lage Ungarns in Europa erlebte das Land in seiner Geschichte besonders aufregende Zeiten. Während des Zweiten Weltkriegs starben 200.000 ungarische Soldaten und Zivilisten. Am 23. Oktober 1956 begann eine bürgerlich-demokratische Revolution, auch Freiheitskampf, die heute unter der Bezeichnung „Ungarischer Volksaufstand“ bekannt ist. Auch hierbei kamen 2.500 Menschen zu Tode.
Alfred Manessier (1911-1903) war ein französischer Maler. Zunächst studierte Manessier Architektur, auf das von 1929-1933 ein Kunststudium an der École des Beaux Arts in Paris folgte, wo er zudem Studien im Louvre schrieb. 1935 wurde er Schüler von Roger Bissière und freundete sich mich Jean Le Moal an. Nach einer Zuneigung zum Kubismus gingen später auch surrealistische Einflüsse auf sein Werk ein. Eine weitere Leidenschaft Manessiers war die Glasmalerei, so gestaltete er auch die Glasscheiben der Fenster in der Bremer „Unser Lieben Frauen“-Kirche. Alfred Manessier zählte in den 1950er und 1960er Jahren zu den wichtigsten Vertretern der Ècole de Paris und bis heute in Frankreich zu den Meistern der Abstraktion.

Festsaal

Der Nürnberger Gobelin trägt den Namen „Die Woge“ und ist Eigentum der Bremischen Bürgerschaft.
Elisabeth Kadow (1906-1979) war eine geborene Bremerhavenerin und deutsche Textilkünstlerin. Nach einer Ausbildung am Staatlichen Bauhaus in Weimar besuchte sie die höhere Fachschule für Textilindustrie in Berlin und die Kunstgewerbeschule in Dortmund. 1939 war sie Meisterschülerin bei Georg Muche an der Textilingenieurschule in Krefeld, an der sie später auch Modegraphik, Druckgestaltung und Textilkunst lehrte.
1953-1968 arbeitete die Klee-Schülerin mit der Nürnberger Gobelin-Manufaktur zusammen, aus deren Haus auch „Die Woge“ stammt. 1958 wurde sie mit dem Kunstpreis der Stadt Krefeld ausgezeichnet und beteiligte sich an der Weltausstellung in Brüssel.

Nürnberger Gobelin „Die Woge“

Plenarsaal

Das Bremer Wappen aus eloxiertem Leichtmetall prägt gestalterisch den Plenarsaal und ist Eigentum der Bremischen Bürgerschaft. Seit der Eröffnung des Hauses der Bürgerschaft im Jahr 1966 befindet es sich mit zwei Löwen und dem Bremer Schlüssel an der Wappenwand hinter dem Präsidiumspodium.

Der Schöpfer Günter Colberg (1927-1980) war Bildhauer und geborener Bremer.

Wappen von Günter Colberg

Besuchertreppenhaus

Die großformatigen Bilder (Format 200 x 150 cm) von Dr. Heinrich Raschen im Besuchertreppenhaus der Bürgerschaft zeigen drei unterschiedliche Perspektiven auf Alt-Bremen aus dem Jahr 1930. Sie entstammen der ehemaligen Raschen-Ausstellung und befinden sich seit 2008 als Dauerleihgabe des Landesinstituts für Schule im Haus der Bürgerschaft. Sie sind im Treppenhaus zu den Besucherrängen des Plenarsaals zu sehen.

„Blick von der Eisenbahnbrücke über die Weser auf die Stadt“, 12. Juli 1930
„Laafesgang Stephaniviertel“, 13. Juli 1930
„Blick über die kleine Weser auf den Teerhof“, 26. August 1930

Börsenhof

Die Bilder mit dem Titel „Spielraum“ der Bremer Künstlerin Can W. Lühmann-Nullmeyer bestehen aus vier Leinwänden und sind seit 2002 Eigentum des Hauses der Bürgerschaft.

„Spielraum“
„Spielraum“

Fassade

Die Aluminum-Reliefs sind seit der Eröffnung 1966 Teil der frontseitigen Außenfassade des Hauses der Bürgerschaft.
Bernhard Heiliger (1915-1995) war ein deutscher Bildhauer und Zeitgenosse von Gerhard Marcks. Nach einer Steinbildhauerlehre und einer Ausbildung bei dem Bauhaus-Schüler Schwerdtfeger an der Stettiner Schule für Gestaltende Arbeiten studierte er an der Staatlichen Hochschule für bildende Künste in Berlin. Auf einer Flucht durch Norddeutschland während des Krieges erlebte er das Kriegsende in einem Bremer Lazarett. Anschließend kehrte er nach Berlin zurück und wirkte dort als Bildhauer. Für seinen Entwurf des „Mahnmals des Unbekannten Politischen Gefangenen“ wurde er mit dem Preis der Bundesregierung und dem Anerkennungspreis des Institute of Contemporary Arts in London ausgezeichnet. In den 1950er und 1960er Jahren gehörte er zu den am meisten beschäftigten Künstlern am Bau und arbeitete mehrfach mit dem Architekten der Bürgerschaft, Wassili Luckhardt, zusammen.

Skulpturen von Gerhard Marcks
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Skulpturen von Gerhard Marcks
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Skulpturen von Gerhard Marcks
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger
Relief von Bernhard Heiliger