Donnerstag, 08. Oktober 2026

Grotheer: "Vor 80 Jahren erwachte die Demokratie wieder zum Leben - und sie lebt bis heute"

Am morgigen Dienstag jährt sich ein bedeutendes Ereignis zum 80. Mal: Am 13. Oktober 1946 waren die Bremer:innen erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg aufgerufen, eine Bürgerschaft zu wählen. Zuvor waren die Abgeordneten durch die Britische Militärregierung ernannt worden. Bremen war zu diesem Zeitpunkt noch eine weitgehend zerstörte Stadt. Wohnungsnot, Hunger, Kälte und Krankheiten prägten das Leben der Menschen. Sie waren in existenzieller Not, aber die Politik war ihnen alles andere als egal: Mehr als 85 Prozent der Menschen gaben damals ihre Stimme ab.

"Nach dem dunkelsten Kapitel der Deutschen Geschichte erwachte die Demokratie in Bremen am 13. Oktober 1946 wieder zum Leben – und sie lebt bis heute", sagt Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer anlässlich des Jahrestages. "Wir dürfen diese 80 Jahre aber nicht für selbstverständlich halten. Wir dürfen die Demokratie nicht als gegeben ansehen. Demokratie sichert allen die gleichen Rechte und sie nimmt auch diejenigen in den Blick, die in der Minderheit sind. Aber sie ist kein Selbstläufer und kein selbstverständlicher Zustand. Sie hat nur dann Bestand, wenn Menschen von ihr überzeugt sind und für ihre Werte einstehen. Und Demokratie ist auch kein Lieferservice, sie funktioniert nur wenn alle mitmachen und ihre demokratischen Rechte auch nutzen. Am 30. Mai ist die nächste Bürgerschaftswahl – und ich hoffe, dass möglichst viele Menschen in Bremen und Bremerhaven sich daran beteiligen und ihre Stimme abgeben, so wie es vor 80 Jahren – trotz existenzieller Not – mehr als 85 Prozent der Bremer:innen getan haben."