Ehemalige Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft

1946: Wilhelm Kaisen (SPD)

Der 1887 in Hamburg geborene Politiker prägte den Wiederaufbau Bremens wie kein anderer. Er setzte sich außerdem für die Bewahrung der Selbständigkeit Bremens ein. In der Übergangszeit nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wilhelm Kaisen von den amerikanischen Streitkräften zum Präsidenten des Senats sowie vorübergehend zum Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft berufen. Er wurde noch im gleichen Jahr vom ersten demokratisch gewählten Präsidenten August Hagedorn abgelöst. Wilhelm Kaisen blieb als Präsident des Senats und Bürgermeister Bremens bis 1965 im Amt.

1946 - 1966: August Hagedorn (SPD)

Über zwei Jahrzehnte hinweg profilierte August Hagedorn die Bremische Bürgerschaft als Legislative. Er prägte die parlamentarische Diskussionskultur durch seine Persönlichkeit und scheute keine Kontroverse mit dem Bremer Senat, vor allem mit Bürgermeister Wilhelm Kaisen. Der „gute und gerechte Vater der Bürgerschaft“, wie er in der Presse genannt wurde, setzte gegen zahlreiche Widerstände den Bau eines modernen Parlamentsgebäudes durch. Seit Ende des Krieges hatte die Bürgerschaft im Rathaus getagt, 1966 wurde dann das von Wassili Luckhardt entworfene Haus der Bürgerschaft eingeweiht.  Hagedorn starb 1969, drei Jahre nach seinem Ausscheiden aus dem Parlament. Sein Grab befindet sich auf dem Riensberger Friedhof.

1966 - 1971: Hermann Engel (SPD)

Hermann Engel war nach August Hagedorn der zweite gewählte Präsident der Bremischen Bürgerschaft. Seit 1946 Parlamentsmitglied, war er vor seiner Wahl zum Präsidenten unter anderem stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion. Hermann Engel war für eine Legislaturperiode im Amt, bevor er 1971 aus Altersgründen in den Ruhestand ging. Er starb vier Jahre später in Bremen.

1971 - 1995: Dr. Dieter Klink (SPD)

Dr. Dieter Klink wurde 1959 in die Bremische Bürgerschaft gewählt,. Von 1967 bis 1971 wirkte er dort als Vizepräsident, bis er 1971 die Nachfolge von Hermann Engel im Amt des Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft antrat. In der Führung seiner Amtsgeschäfte erwarb er sich weit über Bremen hinaus und über Parteigrenzen hinweg einen hervorragenden Ruf. In Bremen machte er auch wegen seiner Bürgernähe und seines sozialen Engagements u.a. in der Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe von sich reden. Klink schied mit dem Ende der 13. Legislaturperiode aus der Bürgerschaft aus. Er  starb knapp 10 Jahre später im Alter von 73 Jahren. Zu seinen Ehren wurde 2005 der Dieter-Klink-Platz neben dem Haus der Bürgerschaft eingeweiht.

1995 - 1999: Reinhard Metz (CDU)

Reinhard Metz wurde 1971 erstmals in die Bremische Bürgerschaft gewählt. 1976 konnte er ein Bundestagsmandat erringen, kehrte aber 1987 nach Bremen zurück und wurde dort Fraktionsvorsitzender seiner Partei. Nach der Bürgerschaftswahl 1995 stellte die SPD in der großen Koalition den Regierungschef, die nahezu stimmgleiche CDU bekam den Posten des Parlamentspräsidenten zugesprochen. So wurde Metz der erste und bislang einzige Bürgerschaftspräsident, der nicht aus den Reihen der Sozialdemokraten kam. Nach der Wahl 1999 wechselte Metz als Staatsrat ins Finanzressort, bevor er sich 2003 aus der aktiven Politik zurückzog. Reinhard Metz starb 2009 im Alter von 72 Jahren.