Portrait von Antje Grotheer
Portraitfoto von Antje Grotheer (Foto: Tristan Vankann)

Pressefotos

Download einer Zip-Datei mit Pressefotos von Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer. (Fotos: Tristan Vankann/fotoetage)

Termine der Präsidentin

Terminliste

Präsidentin

Am 27. März 2019 ist Antje Grotheer zur Bürgerschaftspräsidentin gewählt worden. Sie ist damit die erste Frau an der Spitze der Bremischen Bürgerschaft.

Antje Grotheer wurde am 25. Januar 1967 in Bremen geboren, sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und zwei erwachsene Pflegekinder. Nach dem Abitur am Schulzentrum Alwin-Lonke-Straße studierte sie Rechtswissenschaften an der Universität Bremen. 1991 folgte das erste, 1997 schließlich der Abschluss mit dem zweiten juristischen Staatsexamen.

Bis 2003 war sie als Rechtsanwältin und zwischen 2000 und 2003 parallel als Büroleiterin und Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der SPD Bremen tätig. Danach arbeitete sie als persönliche Referentin des Senators im Ressort Bildung und Wissenschaft und wechselte anschließend in gleicher Position ins Ressort des Senators für Inneres und Sport, wo sie schließlich ab 2008 als Referatsleiterin tätig war.

Um sich voll auf die Arbeit als Bürgerschaftsabgeordnete zu konzentrieren, ist Antje Grotheer seit dem 1. August 2015 beurlaubt.

Antje Grotheer hat sich früh politisch engagiert: 1984/1985 war sie Mitglied im Bundesvorstand der Bundesschülervertretung. Mit 18 Jahren ist sie in die SPD eingetreten. Anschließend war sie unter anderem stellvertretende Juso-Landesvorsitzende und Juso-Vorsitzende des Unterbezirks Bremen-Ost.

Grotheer: „Ich wollte und will etwas verändern und mich für eine Gesellschaft einsetzen, in der die Stärkeren den Schwächeren helfen. Das war damals und ist bis heute meine Motivation. Mir geht es um Solidarität – ein Begriff, der für mich fest mit den sozialdemokratischen Werten verbunden ist. Und ich konnte damals schnell feststellen: Wer sich einbringt, kann etwas erreichen. Wir haben damals die Interessen der SchülerInnenbewegung und Frauenbewegung in die SPD eingebracht – durchaus auch gegen Widerstände. Aber wir haben etwas bewegt – nicht nur in der SPD.“

Antje Grotheer engagiert sich bis heute unter anderem in der Arbeitsgemeinschaft der Juristinnen und Juristen in der SPD und in der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen. Auch auf Stadtteil-Ebene war Antje Grotheer aktiv: Von 1999 bis 2007 gehörte sie dem Beirat Schwachhausen an. 2011 wurde sie schließlich erstmals in die Bremische Bürgerschaft gewählt – und wurde schon in dieser, für sie ersten, Legislaturperiode von ihrer Fraktion gemeinsam mit Christian Weber in den Bürgerschaftsvorstand entsandt.

Grotheer: „Für mich war das eine Art Initialzündung. Dass ich irgendwann Präsidentin dieses Parlaments sein könnte? Daran habe ich damals nicht gedacht. Aber mir war klar: Ich will für dieses Parlament, für unsere Demokratie arbeiten – und mit dazu beitragen, dass das Haus der Bürgerschaft nicht nur ein Gebäude am Markt, sondern ein für alle Bremerinnen und Bremer offenes Haus ist. Die Menschen in Bremerhaven und Bremen sollen sich hier wiederfinden – es ist ihr Parlament. Hier wird über ihre Interessen, ihre Anliegen und die Zukunft unserer beiden Städte verhandelt. Bürgerinnen und Bürger und das Parlament noch näher zusammenzubringen, den Begriff Demokratie mit Leben zu füllen – das verstehe ich als Kernaufgabe.“

2015 wählte die SPD-Fraktion Grotheer zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und Sprecherin für Bundes- und Europaangelegenheiten. Sie ist außerdem stellvertretende Leiterin der deutschen Delegation im Kongress des Europarates und Vorstandsmitglied der Nordsee-Kommission unter dem Dach der Conference of Peripheral Maritime Regions – auch um dort die Bremer und Bremerhavener Interessen zu vertreten.

Antje Grotheer tritt als Bürgerschaftspräsidentin die Nachfolge von Christian Weber an, der am 12. Februar 2019 nach langer schwerer Krankheit verstorben ist.

Grotheer: „Christian Weber war und ist für mich in vielen Bereichen Vorbild. Er hinterlässt große Fußspuren. Gerade sein stetes Werben um Demokratie, sein entschiedenes Eintreten für den Parlamentarismus – und die von ihm angestoßene Weiterentwicklung des Hauses der Bürgerschaft  in ein Haus der Bürgerinnen und Bürger, verstehe ich als Aufgabe, die unbedingt weitergeführt werden muss. Dass ich nun als erste Frau dieses Amt ausüben darf, ist für mich eine Ehre – und es macht einmal mehr deutlich: Frauen können und sollen alles sein! Ich freue mich auf diese neue Aufgabe – und ich freue mich auf die Begegnungen mit den Menschen in unseren beiden Städten, auf ihre Anregungen dazu, wie das Parlament noch transparenter, noch näher an den Menschen in Bremen und Bremerhaven, agieren kann. Ich möchte deutlich machen, dass „die da oben“  eben nicht tun und lassen, was sie wollen“, sondern, dass Politik und das Parlament darauf angewiesen sind, in die Diskussion mit Bürgerinnen und Bürgern zu gehen – denn sie sind es, die entscheiden – nicht nur alle vier Jahre an der Wahlurne.“ 

Mein Motto

„Zünde lieber ein Licht an, als über die Dunkelheit zu schimpfen.“

Mein wichtigster (politischer) Antrag

Am wichtigsten ist mir Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern durchzusetzen, die ansonsten in dem Verwaltungsdickicht stranden. Als Verwaltungsbeamtin war ich in Hierarchien eingebunden, wohingegen ich als Abgeordnete alle Hebel in Bewegung setzen kann, um einem berechtigten Anliegen Gehör zu verschaffen.

Meine wichtigste Rede

Meine wichtigste Rede war die, mit der ich den Abschlussbericht für den Untersuchungsausschuss Krankenhauskeime vorstellte. Der Tod der gerade erst geborenen Kinder, die aufgrund des Keimausbruchs im Klinikum Bremen Mitte starben, bewegt mich immer noch und ich muss an die Eltern denken, die ihr Kind verloren haben. 

Gab es politische Niederlagen / Nie vergessen werde ich in der Bürgerschaft…

Im Parlament und in meiner Fraktion habe ich mich nicht gescheut, Position zu beziehen. Wenn nach einer guten, sachlichen Diskussion die eigene Position nicht die Mehrheit findet, ist dies eine Niederlage, aber auch immer ein Gewinn, weil zumindest die Mehrheit ihre Auffassung besser begründen musste. Nie vergessen werde ich die Neujahrsempfänge von Christian Weber, auf denen er mit Esprit, Humor und klarer Sprache unsere Stadtgesellschaft zusammenführte.

Das liebe ich am HdB

Die Kompromissgiebel. Sie greifen baulich die Tradition Bremens auf, stehen unverkennbar dafür, dass sich Bremen auf Neues einlassen muss, und beruhen auf einem Kompromiss, so dass sie auch das symbolisieren, worum es im Parlament geht. Entscheidend dabei ist für mich, dass meine Kolleginnen und Kollegen aller Fraktionen sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bürgerschaft dies auch täglich leben.

Die offene Ausstrahlung durch die großen Fensterfronten. Das Parlament soll für jede Bürgerin und jeden Bürger offen sein, darstellen, was es tut. Gleichzeitig sollen die Abgeordneten in ihrer Arbeit immer die Menschen der Stadt im Blick haben.

Nach Feierabend mache ich am liebsten…

Da bin ich am liebsten zusammen mit der Familie oder bei einem Krimi auf dem Sofa.

Richtig nervös bin ich…

Wenn ich im Stadion oder zuhause die Spiele des SV Werder verfolge.