Sachverständige

Fotografie von Hans Erhorn

Erhorn, Hans (Dipl.-Ing.), Stuttgart

Hans Erhorn war langjähriger Leiter der Abteilung Energieeffizienz und Raumklima im Fraunhofer- Institut für Bauphysik. Dort hat er mit Wissenschaftler*innen energiesparende und effiziente Konzepte für Gebäude, Stadtquartiere und Gesamtstädte entwickelt. Derzeit geht es ihm um die Frage, wie Gebäude und Siedlungen für den klimaneutralen Betrieb umgerüstet werden können. Er hat bei der Masterplanerstellung für Stuttgart mitgewirkt und möchte die dort gemachten wertvollen Erfahrungen in die Arbeit der Enquetekommission einbringen.

Hans Erhorn sagt: „Wir dürfen hier auf keinen Fall nur einen schönen Abschlussbericht verfassen, der dann in den Schubladen verschwindet wie so viele andere zuvor.“

Fotografie von Philine Gaffron
Credit: Eva Häberle

Gaffron, Philine (Dr.), Hamburg

Philine Gaffron arbeitet seit 2005 als Oberingenieurin am Institut für Verkehrsplanung und Logistik der Technischen Universität Hamburg. Damit ist sie ihrem ursprünglichen Plan Verhaltensforscherin zu werden sehr nahegekommen, denn aus ihrer Sicht ist Verkehr nichts anderes als das Ergebnis (sehr) vieler Entscheidungen zum Mobilitätsverhalten. In diesem wissenschaftlichen Themenfeld kann sie ihrem Wunsch nachgehen, möglichst direkt an den Veränderungen hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft mitzuarbeiten.

Nach ihrem Bachelorstudium in Ökologie an der University of East Anglia, Norwich und einem Masterabschluss in Landschaftsplanung an der University of Edinburgh, promovierte sie von 1998 bis 2001 an der Napier University in Edinburgh zum Umsetzungsprozess von Fußgänger- und Fahrradstrategien in britischen Kommunen.

Philine Gaffron sagt: „Mit der Enquetekommission haben wir die Chance, für Bremen und Bremerhaven exemplarisch zu zeigen, wie eine Städtegemeinschaft dieser Größenordnung den Wandel hin zur Klimaneutralität bis allerspätestens (!) 2050 gestalten kann und dass das nicht nur nötig, sondern auch möglich und im Endeffekt mehrheitsfähig ist.“

Fotografie von Patrick Graichen

Graichen, Patrick (Dr.), Berlin

Patrick Graichen hat 2012 die Denkfabrik „Agora Energiewende“ mit aufgebaut, zunächst als stellvertretender Direktor, seit 2014 als Direktor und Geschäftsführer. Zuletzt hat er ein Konzept mit erarbeitet, wie Deutschland in drei Schritten klimaneutral werden kann. Danach sollen die Emissionen bis 2030 um zwei Drittel sinken, bis spätestens 2050 dann auf null. Seine energiepolitische Arbeit begann mit seiner Doktorarbeit zu Fragen der kommunalen Energiepolitik. Mittlerweile ist er klima- und energiepolitisch vor allem auf der Bundes- und EU-Ebene unterwegs, hält aber die Ebene der Bundesländer und Städte zentral für die Umsetzung.

Patrick Graichen sagt: „Die Stimmung in der Enquetekommission ist sehr gut. Ich war erstaunt, wie gut man sich auch parteiübergreifend versteht – da ist schon eine gemeinsame Stadtgesellschaft zu spüren.“

Fotografie von Jutta Günther

Günther, Jutta (Dr.), Bremen

Jutta Günther ist seit 2020 Konrektorin für Forschung, wissenschaftlichen Nachwuchs und Transfer an der Uni Bremen. 2014 wurde sie als Professorin für Volkswirtschaftslehre an die Uni Bremen berufen und ist Mitglied im Institut für Wirtschaftsforschung und -politik (ierp). Ihr geht es aktuell um die Frage, ob und wie man „grünen Wasserstoff“ in Bremen erzeugen und in Produktion sowie privaten Haushalten einsetzen kann.

Jutta Günther sagt: „Ich hoffe, dass wir die Bremerinnen und Bremer mit der Enquetekommission mitnehmen können und sie sich mit den Ergebnissen identifizieren. Ich wünsche mir, dass die Kommission sich auch daran messen lässt, denn die Klimaschutzstrategien zu entwickeln, ist das eine, sie mit der Bevölkerung umzusetzen, das andere.“

Fotografie von Felix Christian Matthes

Matthes, Felix Christian (Dr.), Berlin

Dr. Felix Chr. Matthes ist seit 2009 Forschungskoordinator für Energie- und Klimapolitik des Öko-Instituts. Er befasst sich dort seit 30 Jahren mit der technisch-ökonomischen Analyse von Klimaschutzstrategien, der Schaffung des notwendigen Politik-Mixes und das immer an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlichen Analysen und politischen Entscheidungsprozessen sowie im nationalen, europäischen und internationalen Kontext. In dieser Funktion war und ist er in vielen Beratungsgremien tätig, in jüngerer Zeit vor allem in der sog. Kohlekommission sowie im Nationalen Wasserstoffrat. In Bremen fasziniert ihn die Komplexität der Herausforderungen: „Es gibt keinen Ort in Deutschland, an dem die Herausforderungen des Übergangs zur Klimaneutralität in einer Großstadt, in einem Logistikzentrum und für die Stahlindustrie so miteinander verwoben sind.“

Fotografie von Cornelia Rösler
Fotograf: Peter Himsel

Rösler, Cornelia (Dipl.-Ing.), Köln

Cornelia Rösler arbeitet seit Anfang 1991 am Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) zu kommunalem Umwelt- und Klimaschutz. Als Diplom-Ingenieurin leitet sie den Forschungsbereich Umwelt an den Difu-Standorten Köln und Berlin. Sie unterstützt Kommunen durch Praxisleitfäden oder entsprechende Fortbildungen, insbesondere zum Klimaschutz, zunehmend auch im Bereich Klimafolgenanpassung. Sie hat das „Service- und Kompetenzzentrum: Kommunaler Klimaschutz“ (SK:KK), das seit 2008 im Auftrag des Bundesumweltministeriums beim Difu angesiedelt ist, initiiert und aufgebaut.

Cornelia Rösler sagt: „Die Mischung aus Vertreter*innen der politischen Ebene und aus Sachverständigen mit unterschiedlichen Schwerpunkten im Klimaschutz ist Herausforderung und Chance zugleich. Klimaschutz ist Teamarbeit und dies können wir zielführend in der Enquete-Kommission unter Beweis stellen.“

Fotografie von Bernhard Stoevesandt

Stoevesandt, Bernhard (Dr.), Bremen

Bernhard Stoevesandt leitet die Abteilung „Aerodynamik, CFD und stochastische Dynamik“ am Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme. Er ist promovierter Physiker. Seine Hauptforschungstätigkeit liegt zurzeit auf den Windverhältnissen im Offshore-Bereich. Er beschäftigt sich unter anderen mit der Frage, wie sich der schwankende Windstrom in ein zukünftiges Energienetz gut integrieren lässt und was das kostet. Zur Windenergie ist er gekommen, weil er an Alternativen zum Bestehenden arbeiten wollte, deshalb engagiert er sich auch bei Scientists4Future.

Bernhard Stoevesandt sagt: „Es ist eine Sache, was gemacht werden muss, um den Klimawandel so zu begrenzen, dass eine große Menschheitskatastrophe abgewandt wird. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Gründe, warum manche Dinge sich nicht so schnell verändern lassen. Um wirklich die Umstellung zu schaffen, werden alle zusammenarbeiten müssen.“

Fotografie von Benjamin Wagner vom Berg

Wagner vom Berg, Benjamin (Dr.), Bremerhaven

Benjamin Wagner vom Berg ist seit 2017 Professor für Informations- und Kommunikationstechnologien in der außerbetrieblichen Logistik an der Hochschule Bremerhaven. Zwei Themen bestimmen derzeit seinen Forschungsbereich: Wasserstoff und Digitalisierung. Er forscht zum Einsatz von Wasserstoff in der Logistik, weil Wasserstoff dort das Potential hat, fossile Brennstoffe vollständig zu ersetzen. Ein zentrales Projekt ist „H2BrakeCO2 – CO2-neutrale Hafen und Logistikprozesse am Beispiel der Stadt Brake“. In seinem zweiten Forschungsbereich sieht Benjamin Wagner vom Berg durch die Digitalisierung neue Effizienzpotentiale in Logistik und Wirtschaft und die Chance für neue, faire Geschäftsmodelle. Er sagt: „Auf der politischen Ebene müssen jetzt und heute die wesentlichen Weichen gestellt werden, damit wir möglichst schnell klimaneutral leben und wirtschaften. Ich hoffe, dass wir das Land Bremen einen entscheidenden Schritt weiter hinsichtlich der Klimabemühungen bringen und gleichzeitig auch als innovativen und zukunftsweisenden Wirtschaftsstandort positionieren.“

Fotografie von Wiebke Zimmer

Zimmer, Wiebke (Dr.), Berlin

Wiebke Zimmer ist seit 2005 im Öko-Institut in dem Bereich „Ressourcen & Mobilität“ tätig. Seit 2013 leitet sie diesen Bereich stellvertretend. Sie beschäftigt sich in erster Linie mit Szenarien im Verkehrssektor, die zeigen, wie Mobilität klimafreundlicher gestalten werden kann. In diesem Zusammenhang prüft sie auch politische Instrumente und deren Wirkung, wie zum Beispiel Minderungen der CO2-Emissionen im Verkehrssektor wirken können. Sie hat Chemie studiert und in Physik promoviert. Sie forscht seit Langem zu Verkehrsthemen und hat u.a. drei Jahre im Umweltbundesamtgearbeitet.
Wiebke Zimmer sagt: „Ich freue mich, wenn ich mich mit praktischen Umsetzungsvorschlägen zur CO2-Minderung im Verkehrssektor hier einbringen kann. Besonders spannend finde ich die Kommission als Schnittstelle von Wissenschaft und Politik.“